www.klosterbezirk-altzella.de
Roßwein
und die Postmeilensäule
www.vma-rosswein.de
über Lehm-Sand-oder Steinboden 
Die alten Poststraßen...
Waldweg mit Pferdegerippe (Ausschnitt), nach J. Brueghel d. Ä.waren für die Entwicklung von Handwerk und Wirtschaft von großer Bedeutung.
Das alte Straßennetz führte nur über Lehm-Sand-oder Steinboden und war durch Zeichen an Bäumen markiert.

Hölzerne „Armensäulen“ als Wegweiser
Hölzerne Armensäulen
 

Um 1682 wurden in Sachsen hölzerne schwarz-gelb gestreifte Wegsäulen aufgestellt, die 1691 bis zu fünf richtungsweisenden Arme erweitert wurden. 
Sie trugen Ortsangaben, Wappen und Jahreszahlen.


ab 1721 wurden die Holzsäulen ersetzt
Steinsäulen braucht das Land...
Doch diese hölzernen Säulen verwitterten sehr schnell und deshalb ordnete Kurfürst Friedrich August am 12. September 1721 erstmalig an, steinerne Postsäulen zu verwenden. 

Aufstellung der Postmeilensäulen nach dem 1/4 Meilenabstand

Der Aufschwung 
Durch die Aufstellung von Postmeilensäulen und die Verbesserung der Verkehrsstruktur erfolgte ein wirtschaftlicher Aufschwung in Sachsen.

Friedrich August will sein Land vermessen haben
Zürner schuf einen geometrischen Meßwagen
Der Kurfürst beauftragte den am 15. August 1679 in Marieney bei Ölsnitz geborenen Adam Friedrich Zürner, das Königreich neu und vollständig zu vermessen und kartographisch zu erfassen. 

Historische Darstellung des Zürnerschen MeßwagensDie Dresdner Rute über ein Schneckengetriebe
Für diese Aufgabe entwickelte Zürner einen Meßwagen, deren Hinterräder genau den Umfang einer Dresdner Rute (4,531 Meter) entsprachen.
Über ein Schneckengetriebe wurde der zurückgelegte Weg auf ein Zählwerk übertragen und abgelesen. Schlechte Wege vermaß man mit einer Meßkarre.


Alle Wege führen nach Dresden und Leipzig
Sächsiche PostkutscheBei seiner Vermessung ging Zürner von zwei festen Punkten aus, den Städten Dresden und Leipzig. Die Vermessung begann am jeweiligen Stadttor und endete beim jeweiligen Posthaus oder Marktplatz der angefahrenen Stadt. 

Die Postmeilensäulen hatten nicht nur Freunde
Der Widerstand
Wie in anderen Städten und Gemeinden, stieß auch in Roßwein die Aufstellung von Postmeilensäulen auf  Widerstand, zumal in Roßwein sogar drei Postmeilensäulen aufgestellt werden sollten. Der Stadtrat von Roßwein bat seine königliche Majestät, nur eine Säule auf den Marktplatz setzen zu müssen, da alle „Passagen“ über den Markt führten. Auch habe die Stadt sich von der Pest und Einquartierungen noch nicht erholen können und leide unter sehr hohen Abgaben. 

für 15 Taler auf Kosten der Stadt
Die Säule rollte an
Nach jahrelanger Hinauszögerung erfolgte endlich der Transport der Säule von Dresden durch Stadtrichter Christian Schmidt. Er kostete 15 Taler. Am 5. Juni 1731 wurde die Postmeilensäule auf dem Roßweiner Marktplatz aufgestellt.
Weitere Infos:
Stadtverwaltung Roßwein
Markt 4
04741 Roßwein
Tel.: 03 34 22 - 4 66-0
Fax: 03 43 22 - 4 34 81

Roßweiner Stadtbrand von 1806
Die Säule übersteht den Stadtbrand und verschwindet
Sie überstand den großen Stadtbrand 1806 und wurde beim Rathausumbau 1862 entfernt. Seit dieser Zeit ist sie verschwunden.

nach 130 Jahren
Die Wiederentdeckung
Bei der Umgestaltung des Friedhofsvorplatz 1994/97 mußte die alte Friedhofsmauer umgelegt werden, und da kamen nach 130 Jahren Teile der Säule zum Vorschein. 
Auf diesen Teilen waren noch Ortsangaben und Wegestundenangaben zu erkennen.
Nach jahrerlanger Forschungsarbeit und der Finanzierung durch Fördermittel und Spenden konnte im Juli 2000 durch den Heimatverein in Roßwein eine Nachbildung der Postmeilensäule auf dem alten Standort wieder errichtet werden.

Die Postmeilensäule:
  • besteht aus Sandstein
  • wurde aus acht Einzelteilen zusammengefügt
  • ist 5,07 Meter hoch
  • wiegt mit Sockel 4,5 Tonnen
  • 20000 Mark spendeten Privatleute und Firmen

IDA <Service-Pool> Roßwein