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| Die Eisenbahn kommt nach
Roßwein |
Die Bahnsituation
im 19. Jahrhundert
Die Leipzig—Dresdner Eisenbahn über
Riesa war seit 1839 in Betrieb. |
Die
„Niedererzgebirgische Staats-Eisenbahn" von Chemnitz über Döbeln
nach Riesa hatte den Verkehr aufgenommen. Von Zwickau nach Chemnitz fuhren
Züge. |
Von
Leipzig aus über Grimma, Leisnig nach Döbeln war eine Bahn projektiert.
Noch fehlte der Anschluß an
diese in Aussicht genommene Strecke von Döbeln über Roßwein,
Nossen nach Dresden.
Es gründete
sich ein „Comite“
Diese Notwendigkeit erkannten Industrie
und Handel der Muldenstädte selbst.
Und so gründete sich
auch in Roßwein ein „Comite" unter Vorsitz seines damaligen
Bürgermeisters
Herrmann, das sich in enger Zusammenarbeit mit der in Nossen ins Leben
gerufenen gleichen Vereinigung stark für die Anlegung dieser Bahn
einsetzte.
In den Blättern wurde zur
Zeichnung von Beiträgen zu den Kosten der Vorarbeiten aufgerufen.
Laufend fanden Besprechungen der beiden Comites statt. Eingaben
an die damalige Landesregierung wurden gemacht und schließlich konnten
mit deren Genehmigung die Vorarbeiten beginnen.
Im August 1863
fanden durch den beauftragten Ingenieur und unter Teilnahme von Mitgliedern
der jeweils beteiligten Comites die ersten Begehungen und Vermessungen
der künftigen Strecke statt, die ursprünglich von Dresden aus
über Tharandt-Wilsdruff nach Nossen und weiter geplant war.
Die Pläne
an die Regierung
Bereits 1864 lag eine ausführliche
Beschreibung der Strecke mit Zeichnungen, Plänen, statistischen
Berechnungen, erforderlichen Bahnhofsanlagen, zu erstellenden Brücken
usw. vor, die der Regierung zur Konzessionierung des Baues eingereicht
wurden.
Es folgten Verhandlungen mit
den betroffenen Grundstücksbesitzern über die Abtretung von Liegenschaften,
sowie
über die den Eigentümern zu gewährenden Entschädigungen.
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Der Bau der Bahn beginnt
Er nahm im Jahre 1865 in Borsdorf
seinen Anfang und wurde in den Teilstrecken Borsdorf—Grimma,
Grimma—Leisnig, Leisnig—Döbeln,
Döbeln—Nossen und endlich Nossen—Meißen durchgeführt und
im Jahre 1868 beendet.
Man sprach jetzt nur noch von
der „Borsdorf—Meißener Eisenbahn".
Am 4. September
1868 läuft der 1. Zug ein! |
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Die Strecke mit ihren Schienen-
und Bahnhofsanlagen, mit dem Stationsgebäude war fertig.
Was die Bahnanlagen anbetrifft,
so entstand sie in ihrer jetzigen Gestalt noch nicht. Erst durch
den Bau der Bahnstrecke Hainichen—Roßwein im Jahre 1872 erhielt unser
Bahnhof im großen und ganzen sein jetziges Aussehen. |
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Die „Braunschweig“
dampfte am 4. September 1868 als erste Bau-(Probe)Zug auf dem
reich mit bunten Flaggen verzierten Bahnhof ein. Sie wurde mit Musik empfangen.
Am Sonntag,
dem 25. Oktober 1868, fand die offizielle Einweihung der Strecke statt,
die damit in feierlicher Weise dem Verkehr übergeben wurde.
Schon Wochen vorher hatte sich
der Stadtrat an die Bewohner Roßweins gewandt, den Tag als Festtag
zu begehen und durch Schmücken der Straßen und Häuser mit
Fahnen, Girlanden, Kränzen, durch ein Festmahl im Rathaussaale und
des Abends durch eine allgemeine Illumination der Freude über dieses
hochwichtige Ereignis Ausdruck zu geben.
Der
erste fahrplanmäßige Zug sollte 10 Uhr und der folgende Extrazug
etwa 10,45 Uhr auf dem Bahnhof Roßwein von Leipzig her eintreffen. |
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Der Festtag mit Regenschauern
Ein anhaltender orkanähnlicher
Sturm mit abwechselnden Regenschauern bereitete sich über die Feier
aus. Doch verlief der Tag, wie vorgesehen, in einer gehobenen und festlichen
Stimmung.
Die beiden Züge trafen um die
bezeichneten Zeiten ein.
Anhaltender Jubel der Tausende von
Menschen, die sich auf dem Bahnhofe eingefunden hatten, weithin schallende
Böllerschüsse und muntere Melodien eines starkbesetzten Musikkorps
trugen zur allgemeinen Freude bei.
Es folgten Ansprachen von Ehrengästen
und Gästen , bis dann die Weiterfahrt nach Nossen angetreten wurde. |
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Weitere
Infos:
Stadtverwaltung
Roßwein
Markt 4
04741 Roßwein
Tel.: 03
34 22 - 4 66-0
Fax: 03
43 22 - 4 34 81
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Über
die Bauarbeiten
„Anzeiger
für Roßwein und Umgebung" vom Oktober 1867:
„auf der Strecke sind viele Hundert
Menschen unter der trefflichen Leitung der Herren Ingenieure, Bauunternehmer
und sonstiger Beamten in heißen, kühlen und regnerischen Tagen
damit beschäftigt , Felsen zu brechen, Berge zu ebnen, Täler
zu füllen oder Brücken zu schlagen".
Interessant für Roßweine
ist die Tatsache, daß in unserer näheren Umgebung, und zwar
kurz vor dem Nonnenberg, durch die Aufwerfung des Bahnkörpers ein
Muldenstück abgetrennt werden mußte. Es entstand der „Fischers
Teich". |
Nach
dem ersten Fahrplan
verkehrten täglich 3 Züge,
und zwar
ab Roßwein
nach Nossen
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9,55 Uhr als gemischter Zug,
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16 Uhr als Personenzug und
-
21,30 Uhr als gemischter Zug
ab Roßwein
nach Leipzig
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5,21 Uhr gemischter Zug
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14,41 Uhr Personenzug
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17,10 Uhr gemischter Zug
die Züge
trafen in Leipzig ein
-
7,58 Uhr
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16,28 Uhr
-
19,42 Uhr
Mit etwa 2
1/2 Stunden Fahrzeit war für die damalige Zeit Bedeutendes geleistet
worden.
Bis Nossen fuhr man je nach Zugart
etwa 20 bis 25 Minuten und von Döbeln bis Chemnitz durchschnittlich
45 Minuten. |
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